KOMM

Was ist KOMM?


KOMM steht für die Vermittlung von Fähigkeiten, die Schülern helfen, mit sich, anderen und den Anforderungen eines komplex strukturierten, herausfordernden Alltags umzugehen. Dazu sind Dinge wie Kommunikationsfähigkeit, Selbstorganisation und Selbstmotivation, Methodenwissen sowie eine positive Selbstwahrnehmung von großer Bedeutung. Normalerweise wird KOMM mit der Klassenleiterstunde als Doppelstunde gelegt, da sich die Themen in diesen Stunden überlappen und ergänzen.


KOMM in der Orientierungsstufe


In der Orientierungsstufe wird KOMM momentan nach zwei verschiedenen Modellen unterrichtet.

  • Das eine Modell setzt seinen Schwerpunkt in Klasse 5 aufs Methodenlernen und greift dabei beispielsweise auf die bewährten Materialien von Klippert zurück, mit denen konkrete Fähigkeiten wie das Beschaffen und Strukturieren von Inhalten, das Vokabellernen und die Anwendung von Problemlösetechniken geübt werden. In Klasse 6 liegt dann der Schwerpunkt auf dem sozialen Lernen und wird weitgehend nach der PROPP-Methode (=Programm zur Primärprävention) unterrichtet, bei der es um die Förderung von Selbstwert und Selbstvertrauen, die Förderung von Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, die Förderung der Konfliktfähigkeit, die Förderung der Genuss- und Erlebnisfähigkeit sowie die Unterstützung bei der Sinnsuche und Sinnerfüllung geht.
  • Das zweite Modell wurde von Beate Sauereisen entwickelt und trennt weniger stark zwischen methodischen und sozialen Inhalten. Dieses Modell ist aus einzelnen inhaltlichen Modulen aufgebaut, die dann eingesetzt werden, wenn die Klasse Bedarf am jeweiligen Inhalt zeigt. Diese Module sind beispielsweise Kommunikation und ihre Störungen; Bedürfnisse und Motive und ihre Auswirkungen aufs Zusammenleben und –lernen; Motivation und wie man selbst nachhelfen kann; Frust und Stress und der Umgang mit daraus resultierender Aggression und Depression; Lernen – was ist das eigentlich?; Lerntypen und die Folgen fürs Lernen.

    Dieses Modell trägt der hohen Intelligenz der Kinder dadurch Rechnung, dass jedes Modul folgende Teilaspekte behandelt: theoretische, wissenschaftliche Erkenntnisse; Test oder Versuche zur Einordnung; Tipps und Tricks, die sich aus der Theorie ergeben sowie Reflexion derselben für das individuelle Verhalten. Die Verknüpfung dieser Aspekte erhöht die Bereitschaft der Kinder, die erkannten Tipps und Tricks umzusetzen und stellt durch das hohe intellektuelle Niveau, das durch die theoretischen Grundlagen erreicht wird, eine Herausforderung dar.

KOMM in der Mittelstufe


In der Mittelstufe wird in KOMM nach dem KoSo-Prinzip nach Frau Dr. Renate Wustinger gearbeitet. In KoSo lernen die Schüler sich selbst kennen. Unterstützt werden sie durch einen Coach, der ihnen hilft, ihr eigenes Empfinden zu strukturieren und besser zu verstehen.

Der Coach ermutigt den Schüler dazu, seine Bedürfnisse zu benennen und auf diese Weise auch konkret zu erkennen. Er unterstützt ihn zum einen dabei, Ziele zu finden, denen er emotional verbunden ist und zum anderen dabei, Ziele mit positiven Gefühlen auszumalen, so dass er sie motiviert verfolgen kann. Der Schüler entwickelt einen Plan, was er tun könnte, um diese Ziele zu erreichen oder um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Im Coaching können geeignete und ungeeignete Maßnahmen zur Bedürfnisbefriedigung ausdifferenziert werden, weil der Weg vom intendierten Ziel getrennt wird. In der Regel schlägt der Coach keine Maßnahmen zur Zielerreichung vor, da die Expertise bei jedem selbst liegt und diese gestärkt werden soll. Coaching ist also kein Mittel um Schüler auf einen bestimmten Weg zu bringen, sondern ein Angebot, das Schülern hilft zu erkennen, wie sie in ihrem System ein erfülltes Leben führen können. Damit greift KoSo die Fähigkeiten und Grundlagen auf, die die Schüler in der Orientierungsstufe in KOMM erwerben konnten.