Austauschprogramme und Begegnungen mit ausländischen Schülerinnen und Schülern
Beim Schüleraustausch mit dem Ausland kann die Schule für Hochbegabtenförderung / Internationale Schule anknüpfen an das Austauschprogramm, das beim Otto-Schott-Gymnasium Mainz-Gonsenheim bereits besteht.
Unsere Schule wird dieses Netz von Austausch-Schulen nutzen und zukünftig auch erweitern. Folgende Aktivitäten wurden in der Vergangenheit bereits durchgeführt:
Frankreich
Abi-Bac Austausch
Gemeinsam erfolgreich in binationalen Teams arbeiten und anschließend guten Gewissens feiern gehen – ein Modell für die europäische Zusammenarbeit!
Der Austausch mit dem Lycée Marguerite de Flandre (http://www5.ac-lille.fr/~mdeflandre/) in Lille, den wir im Jahre 2009 zum dritten Mal durchgeführt haben, ist integraler Bestandteil des bilingualen Zweiges am Otto-Schott-Gymnasium Gonsenheim in der Oberstufe und somit Teil der Vorbereitung des AbiBacs. Er beabsichtigt die Begegnung von Schülerinnen und Schülern der 11. und 12. Klasse (entspricht in Frankreich der seconde und première) im Rahmen eines themengebundenen Projekts. Im Gegensatz zu den Austauschfahrten in der Mittelstufe (Enghien & Bordeaux) steht bei der Projektfahrt nach Lille die gemeinsame inhaltliche Arbeit an einem gemeinsamen Thema, das auch die Erlangung des Sprachlabels „Certilingua“ ermöglichen soll, im Vordergrund. Weitere Begegnungen, ggf. an einem dritten Ort (Deutsch-französisches Forum in Straßburg o.ä.) werden folgen.
Stellvertretend für das generelle Konzept hier der Ablauf und die Inhalte des Austausches im Schuljahr 2009/10: Am ersten Arbeitstag stand die Erkundung von Lille im Vordergrund; diejenigen Gruppen, die stadtgeographische Themen (Strukturwandel, Architektur) oder historische Themen mit lokalem Bezug gewählt hatten (Vauban und seine Festungen, Charles de Gaulle) arbeiteten nach der Stadtführung individuell in Gruppen weiter; andere führten Passantenbefragungen durch (Bedeutung des Sports in Lille im Vergleich zu Mainz, politisches Bewusstsein der Jugendlichen).
Am zweiten Arbeitstag fand am Vormittag eine gemeinsame Exkursion in ein Bergbaumuseum statt, die am Nachmittag in Gruppenarbeit aufgearbeitet wurde. Am dritten Arbeitstag haben die Gruppen ihre Ergebnisse zusammengetragen und ein Plakat oder eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet. Nach dem Mittagessen wurden die Ergebnisse in der Aula der Gastschule präsentiert.
Am letzten Tag hatten dann die Schüler und Lehrer einen halben freien Tag, bevor am Nachmittag der Bus nach Mainz zurückfuhr. Trotz des intensiven Programms hatten die Schüler genügend Zeit, das Leben in den französischen Familien kennen zu lernen und sich mit den französischen Schülern auszutauschen.
Der Aufenthalt der französischen Schüler in Mainz war ähnlich organisiert: thematische Stadtführungen in Mainz und Frankfurt mit dem Verein „Geographie für Alle“, Besuch des Druckladens und des Gutenberg-Museums, wie auch der Bundesbank und der Börse in Frankfurt. Diese Besuche dienten auch zur Recherche für die Gruppenarbeiten, die thematisch von Johannes Gutenberg bis zur Rolle Frankfurts als europäischer Finanzmetropole reichten. Es wurden aber auch allgemeine Themen wie der Afghanistankrieg oder der Einfluss der Politik auf den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk behandelt.
Lehrer wie Schüler haben wertvolle interkulturelle Erfahrungen gemacht, ein solcher Arbeitsaustausch ist sehr aufschlussreich, sowohl für die Schüler durch die Arbeit in den binationalen Arbeitsgruppen, wie auch für die Lehrer. In der von uns durchgeführten Evaluation zeigten sich die Schüler sehr zufrieden, sowohl in Bezug auf den Kontakt mit den Austauschpartnern bzw. deren Familien wie auch mit dem Programm. Und die französischen Austauschschüler kennen jetzt Mainz zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Skiprojekt in Albiez-Montrond gemeinsam mit einer französischen Klasse aus Thionville
Schülerbericht der Drittortbegegnung
Im Januar 2010 wurden von den deutschen und französischen Schülern gemeinsam ein Blog erstellt, auf dem die Erlebnisse für die Nachwelt festgehalten wurden:
http://gygo-la-milliaire.blog.de
Betriebspraktikum in Frankreich (Klasse 10)
Es existieren zwei Modelle, wie ein Betriebspraktikum im französischsprachigen Ausland organisiert sein kann:
A) individuell organisiertes Praktikum
In diesem Fall sucht der Schüler selbst, in der Regel über persönliche Kontakte, eine Praktikumsstelle. Aufgrund der strengeren französischen Gesetzeslage bedarf es dann eines offiziellen Praktikumsvertrages zwischen dem GyGo und dem Betrieb, den wir dann ausstellen. Um die Unterkunft muss sich der Schüler selbst kümmern, wie auch keine pädagogische Betreuung vor Ort möglich ist.
Pro Jahr entscheiden sich ein bis zwei Schüler für ein derartiges Praktikum.
Hier ein Muster unseres Praktikumsvertrages
B) Auslandspraktikum in Dijon
"Dijon und sich selbst ganz neu kennenlernen" (Amrei Czysz, Dijon 2009)
WOZU denn das?
Abenteuer Alltag erleben! Den Alltag auf dem Weg zur Arbeit, den Alltag in einem Betrieb, den Alltag des Austauschpartners und seiner Familie ….
Die Schüler wenden ihr Französisch in der Realität an, sie sprechen Französisch, weil es ganz normal ist. Sie lernen nicht nur die ihnen bisher fremde Berufswelt kennen, sondern die in einem anderen Land; und dabei entdecken sie viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Kultur. Dadurch, dass wir die Praktikumsbetriebe sorgfältig aussuchen und viele von ihnen schon etliche deutsche Schüler aufgenommen haben, stellen wir sicher, dass die Schüler gastfreundlich empfangen werden und gut aufgenommen und integriert werden.
In der bilingualen Abteilung versuchen wir den Schülern, Frankreich auf vielfältige Weise nahezubringen, beim Betriebspraktikum in Dijon machen wir es möglich, dass man zwei Wochen lang (fast) als Franzose unter Franzosen lebt und arbeitet.
"Es ist ein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass man nicht umsonst sechs Jahre im Französischunterricht gesessen hat" (Rebecca Bender, Dijon 2009)
WER hat dieses Programm begründet und wer organisiert es heute?
Als vor über 20 Jahren das Lycée Européen Charles de Gaulle in Dijon gegründet wurde, entstand aus der Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Burgund und der Städtepartnerschaft Mainz – Dijon die Idee, einen Betriebspraktikantenaustausch zu etablieren. Das Lycée Européen Charles de Gaulle bietet seit der Gründung eine bilinguale Sektion an und seit einiger Zeit auch das AbiBac.
Dieser Austausch ist quasi der kleine Bruder der Praktikantenbörse des Hauses Burgund hier in Mainz bzw. der Maison de Rhénanie-Palatinat in Dijon. Er teilt die Ziele und Absichten des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz / Burgund.
Seitens des GyGo war die „Gründungsmutter“ Gisela Bader, das Programm wurde dann über Jahre von Francoise Sauer weiterentwickelt und Jahr um Jahr erfolgreich den Schülern nahegebracht. Seit 2007 wird der Austausch von Alexander Schröer betreut. In Dijon engagiert sich seit Jahren Madeleine Bastick für das Weiterleben dieses erfolgreichen Programms.
Es sind also alleine die beiden Schulen, konkret die beiden verantwortlichen Lehrkräfte, die den Praktikantenaustausch organisieren.
Der konkrete Ablauf sieht wie folgt aus:
| Nov / Dez |
Information der Schüler und Einreichen der Anmeldebögen Anmeldeformular_Dijon.pdf |
| ab Jan |
Bewerbungen der Schüler bei den Betrieben bzw. Suche nach geeigneten Betrieben |
| Sep |
Zuteilung der Austauschpartner |
| Okt |
Praktikum in Dijon |
| Feb |
Praktikum der französischen Schüler in Mainz |
Das GyGo schließt mit dem französischen Betrieb einen Praktikumsvertrag ab, der alle Fragen regelt. Die An- und Abreise organisieren die Schüler bzw. ihre Eltern selbst. Die Schüler werden in Dijon am Bahnhof von ihren Austauschpartnern in Empfang genommen.
In Dijon werden die Schüler von der zuständigen Kollegin des Lycée Européen Charles de Gaulle betreut.
WELCHE BETRIEBE sind beteiligt?
Wir, d.h. die organisierenden Lehrer in Mainz und Dijon, versuchen, die Wünsche der Schüler hinsichtlich der Branchen zu berücksichtigen. Teilweise aus rechtlichen, teilweise aus praktischen Gründen sind Praktika in einigen Branchen schwer bis überhaupt nicht realisierbar (Humanmedizin, Gerichte u.ä.). Die Liste der Betriebe und Einrichtungen, in denen schon Schüler waren, ist weit gefächert:
Liste der Praktikumsplätze in Dijon seit 2007
| Interessenvertretung behinderter Menschen | Association des Paralysés de France |
| deutsches Kulturzentrum | Maison de Rhénanie-Palatinat |
| Theater | Théâtre de Bourgogne |
| PC-und Hardwareservice | Distrimatic |
| Bäckerei | Boulangerie Carlen |
| Landschaftsgärtner | Régis Favel |
| Tierarzt | Clinique Vétérinaire Mansart |
| Flughafen | Aéroport de Dijon |
| Lokalradio | Radio catholique de France Dijon |
| Campusradio | Radio Dijon Campus |
| Regionalradio | France Bleu Bourgogne |
| Fernsehen | France Télévisions – Pôle France 3 BFC |
| Stadtbibliothek | Bibliothèque Municipale |
| Grundschulen | Ecole d’application du Nord |
| Ecole primaire Larrey | |
| Kindergarten | Ecole maternelle Charles Baudelaire |

David Cheubou Kamga vor dem Bibliobus (10/2009)

Rebecca Bender an der Ecole du Nord (10/2009)
WO kommen die Schüler unter?
Die Schüler sind in der Familie ihres Austauschschülers untergebracht. Da manche Schüler aus bis zu 150km Entfernung kommen, um die Angebote des Lycée Européen Charles de Gaulle wahrnehmen zu können, sind in diesem Fall die deutschen Schülern mit ihren französischen Partnern unter der Woche im Internat der Schule untergebracht und verbringen das Wochenende in den Gastfamilien. Je nachdem, wo sich der Praktikumsbetrieb befindet, essen die Schüler in der Schulkantine zu Mittag und falls der Praktikumsbetrieb einen Ruhetag pro Woche hat, begleiten die deutschen Schüler ihre französischen Partner dann in den Unterricht.
WAS kostet es und wie sieht es mit Versicherungen aus?
Da alles als Austausch organisiert ist und die Organisation in den Händen der Schule liegt, fallen keine Kosten an, außer den Fahrtkosten und einem etwas erhöhten Taschengeld. Die Schüler sind in der Zeit versicherungstechnisch weiterhin Schüler des GyGo, das Praktikum ist eine Schulveranstaltung, jedoch nicht die Freizeit.
C) Erfahrungsberichte von Schülern
Allein unter Franzosen und nicht verloren:
„Ich stand im Bus – und ich habe gleich den richtigen genommen! – und da kam eine Frau und hat mich was gefragt wegen des Busses. Ich hab sie verstanden! Und konnte ihr antworten! Und sie hat mich verstanden!“ (Theresa Simon, Dijon 2007)
Die Schüler verfassen einen sechs- bis achtseitigen Praktikumsbericht auf Französisch, in dem sie ihre Erwartungen, den Ablauf und ihr Fazit darstellen. Das Unternehmen muss auch vorgestellt werden, und wenn möglich Arbeitsproben beigefügt werden. So sind sie gehalten, sich eingehend mit dem Betrieb zu beschäftigen.
Robin Himmels, Oktober 2007: Radio Campus
Stellvertretend für andere hier seine Einleitung, in der er seine Erwartungen darlegt und zeigt, dass Auslandsaufenthalte generell gelassen machen (er hatte schon ein Jahr am Lycée français de Londres verbracht).
Robin hat in seinem Praktikum gelernt, wie durch geschicktes Schneiden einer interviewten Person das Gegenteil von dem, was sie gesagt hat, in den Mund gelegt werden kann. In dieser kurzen Aufnahme erklärt er dies und noch andere Tricks.
Lisa Geyer, Oktober 2008: Boulangerie Carlen
Stellvertretend für viele Berichte hier ihre Zusammenfassung, die zeigt, wie wohl sie sich gefühlt hat und wie förderlich in vielen Bereichen das Praktikum für Lisa war.




Rebecca Tsirkinidis, Oktober 2009: Clinique vétérinaire Mansart

Ein Betriebspraktikum kann ja durchaus auch das Ergebnis haben, dass man merkt, dass der Traumberuf kein realistisches Ziel ist:
"Pendant ces deux semaines, j’ai obtenu un très bon aperçu du travail d’un vétérinaire. Et j’ai remarqué que cette profession, même si j’ai aimé les deux semaines, n' est pas pour moi. Une des raisons est que je tombe malade lorsque je vois du sang et une autre est que je ne peux pas voir toutes ces opérations.
Et grâce à ce stage à Dijon, mes connaissances de la langue française se sont améliorées. Mais je regrette une chose : ce stage n'a duré que deux courtes semaines ! "
Amrei Czysz, Oktober 2009: Maison de Rhénanie-Palatinat
Amrei hatte sich für ihr Praktikum ein journalistisches Projekt vorgenommen, nämlich einen Bericht über die Praktika der Mitschüler zu verfassen. Er wurde dann auch von der Mainzer Rheinzeitung am 13.11.2009 veröffentlicht.
Englischsprachige Länder
Unsere vielfältigen Austauschaktivitäten erweitern den Horizont und bieten den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, die erworbenen Englischkenntnisse anzuwenden, das Leben im englischsprachigen Raum kennenzulernen, Freundschaften zu schließen und Vorurteile abzubauen.Worcester

Blick auf die Kathedrale von Worcester am Fluss Severn

hbf/is-Schüler bei der Stadtbesichtigung in Birmingham
Belleville, Illinois (USA)
Unsere Partnerschule in den U.S.A. ist die Belleville East High School in Belleville, Illinois, in der Nähe von St. Louis. Am diesem Austauschprogramm können Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 teilnehmen. Der Aufenthalt in Belleville dauert drei Wochen, von denen immer mindestens zehn Tage in der Schule zugebracht werden. Dort halten die GyGo-Schülerinnen und Schüler Vorträge über das Leben in Deutschland, sodass möglichst viele Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule von dem Austausch mit Mainz profitieren können. Zusätzlich findet ein Besichtigungsprogramm statt, z.B. Ausflüge nach St. Louis und nach Cahokia Mounds, Besuche von Baseball- oder Footballspielen und vieles mehr.

GyGo-Schülerinnen halten in einer amerikanischen Klasse einen Vortrag über Mainz

Vor dem Zoo in St. Louis
Kanada
Betriebspraktikum in England

Das YMCA in Worcester
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