Der Deutschunterricht am Gymnasium
Altbekannt aus der Grundschule?
Deutsch ist eines der Fächer, mit dem die Schüler schon an der Grundschule intensiv beschäftigt sind, was zwei wichtige Folgen hat:
- Die Kinder bringen eine konkrete Vorstellung vom Fach mit und haben oft eine fundierte Zu- oder Abneigung.
- Sie bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit, da jede Grundschullehrerin in ihrem Unterricht andere Schwerpunkte setzt.
Beidem muss der Deutschunterricht in der Orientierungsstufe Rechnung tragen. Und das gelingt auch ganz gut, denn: Deutschunterricht in der Orientierungsstufe ist anders. „Jetzt macht mir Deutsch viel mehr Spaß als in der Grundschule!“, sagen die einen, „Ich muss jetzt in Deutsch richtig aufpassen!“, stellen manche fest, „Ich bin besser als ich dachte!“, stellen viele fest, aber auch: „Ich gehöre auf einmal nicht mehr zu den Besten der Klasse!“.
Der Deutschunterricht in der Orientierungsstufe ist oft anders als gedacht!
Zwar schließt der Deutschunterricht der Orientierungsstufe inhaltlich an die Vorkenntnisse aus der Grundschule an, aber methodisch unterscheidet er sich doch etwas vom Grundschulunterricht. Wie in der Grundschule werden Erzählungen und Märchen gelesen und geschrieben, Berichte und Beschreibungen verfasst. Aber anders als dort, kommt es jetzt darauf an, Regeln und Tipps mit weniger Training umzusetzen. Die Anzahl der selbst geschriebenen Übungstexte ist kleiner, schon deshalb, weil die Texte selbst etwas länger werden. Man muss also schneller aus den gemachten Fehlern lernen als in der Grundschule. Ebenso ist es bei Grammatik und Rechtschreibung. Die Inhalte werden nicht viel schwieriger, aber es steht weniger Übungszeit zur Verfügung und die Anzahl der Regeln, die man kennen muss, steigt.
Sehr wichtig wird das Textverständnis: Die Schüler lernen neue Methoden kennen um Sachtexte und literarische Texte zu verstehen oder vertiefen die Methoden aus der Grundschule. In jedem Schuljahr wird das Wissen auf mindestens eine umfassendere Lektüre aus dem Jugendbuchbereich angewendet. Geübt wird auch das interpretierende Vorlesen.
All dem liegt die Fähigkeit zugrunde, sich selbst ausdrücken zu können und das zu verstehen, was andere ausdrücken wollen. In Klassen- und Gruppengesprächen, in kurzen Theaterszenen, in Diskussionen und kurzen Vorträgen wird dies geübt.
Gearbeitet wird in unterschiedlichen Sozialformen und Methoden, so dass auch in diesem Bereich die Vorerfahrungen in Gruppenarbeit, Stationenarbeit, Freiarbeit aufgegriffen und vertieft werden. Als zentrales Fach, das inhaltlich viel Freiheit bietet, ist Deutsch auch oft an fächerübergreifenden Projekten beteiligt.
Der Deutschunterricht der Mittelstufe öffnet Horizonte.
Der Deutschunterricht der Mittelstufe geht über die Vermittlung der grundlegenden muttersprachlichen Fähigkeiten hinaus und öffnet Horizonte. Die Beschäftigung mit der Rechtschreibung geht zurück, Grammatik wird zunehmend unter stilistischen Gesichtspunkten betrachtet. Nun wird die Darstellung und Durchsetzung eigener Meinungen in erörternden Texten und Reden wichtiger. Grundlage dafür ist die Fähigkeit, sich Informationen zu beschaffen und auszuwerten. Der Einsatz von Medien wie Tageszeitung, Fachzeitschriften und dem Internet ist dabei von zentraler Bedeutung. Der Umgang damit wird im Deutschunterricht thematisiert.
Mit dem wachsenden historischen Wissen wird in Deutsch auch auf klassische Werke der deutschen Literatur als Lektüre zurückgegriffen, gelegentlich auch in Zusammenarbeit mit anderen Fächern. Die Schüler lernen dabei verschiedene Möglichkeiten der Interpretation kennen und setzen sich kreativ und analysierend mit den Texten auseinander.
Der Deutschunterricht in der Oberstufe verschafft einen Überblick.
In der Oberstufe erhalten die Schüler sowohl im Grundkurs als auch im Leistungskurs einen Überblick über die deutsche Literaturgeschichte und wenden dabei die in der Mittelstufe erworbenen Fähigkeiten im Umgang mit Texten an. Sprachlich anspruchsvolle Texte ermöglichen zu erkennen, wie Sprache durch ihre Form Inhalte besonders eindrücklich vermitteln kann.
Die Jugendlichen lernen außerdem ihre eigenen Ansichten situationsangemessen und sprachlich niveauvoll zu formulieren und in Essays, Erörterungen, Reden und Streitgesprächen darzustellen.
Besondere Förderangebote
Rechtschreibung
Legasthenie und Rechtschreibschwäche aus anderen Gründen stellen für einige Schüler eine große Belastung dar. Deshalb führen wir mit allen Fünftklässlern einen normierten Rechtschreibtest durch. Kindern mit Verdacht auf Legasthenie empfehlen wir eine professionelle Testung und bei positiver Diagnose eine professionelle Therapie, die von den Deutschlehrern unterstützt wird. In Gesprächen mit Eltern und Therapeuten werden fördernde Maßnahmen im Fach Deutsch und gegebenenfalls auch in anderen Fächern festgelegt und dann durchgeführt. Diese können von der Gewährung von zusätzlicher Zeit für Leistungsnachweise über deren inhaltliche Kürzung bis hin zur Aussetzung der Diktatnote reichen.
Rechtschreibschwache Schüler ohne Legasthenie erhalten die Möglichkeit, an einer Rechtschreibförderung in der Schule teilzunehmen, die mit speziell entwickelten Materialien arbeitet, die teilweise selbst angeschafft werden müssen. Hierbei wird eine regelmäßige Teilnahme und die Erledigung von Hausaufgaben erwartet.
Ansprechpartnerin für den Bereich Rechtschreibförderung ist Frau Nicole Schmitt und Frau Dietlind Ude.
Deutsch als Fremdsprache
Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache erlernt haben, nehmen in Klasse fünf und sechs auf Empfehlung der Deutschlehrer verpflichtend an einer Ausdrucks- und Sprachförderung teil. Sie erhalten dabei Hilfestellungen, die ihnen helfen, sich in der Fremdsprache Deutsch auszudrücken. Materialien, die sie dazu an die Hand bekommen, dürfen sie im Deutschunterricht und in den Klassenarbeiten einsetzen.
Ansprechpartnerinnen für Deutsch als Fremdsprache ist Frau Anja Thiele.
Wettbewerbe, Projekte und Präsentationen
In Deutsch ist eine Vielzahl von Unternehmungen, Wettbewerben und Projekten möglich. Was eine Klasse konkret unternimmt und durchführt, hängt von der Klasse und von deren Lehrkraft ab. Folgende Auswahl der durchgeführten Aktivitäten ergibt ein Bild der vielfältigen Angebote:
- Grammatikquiz in Klasse 6 (Ansprechpartner ist Frau Ariane Drewing-Döll)
- Vorlesewettbewerb in Klasse 6 (Ansprechpartner ist Herr Dr. Marcus Quint)
- Teilnahme an Vorleseveranstaltungen außer Haus
- Veranstaltung einer Lesenacht
- Veranstaltung einer Präsentation von selbst geschriebenen literarischen Texten
- Veranstaltung eines Balladenabends mit musikalischer Umrahmung
- Projekte mit anderen Fächern, wie beispielsweise das Projekt „Unsere kulturellen Wurzeln am
Zeitstrahl“ in Klasse 5 - Einstudierung und Präsentation von Theaterstücken oder Szenen
- Besuch von Theaterveranstaltungen mit Vor- und Nachbereitung
- Verfassung eigener Bücher oder Gedichtbände
Unterricht